ZEITUNGSARTIKEL ÜBER DIE TANZFABRIK

Ein buntes und abwechslungsreiches Tanz-Potpourri erwartet die Zuschauer im Immenstädter Hofgarten, als es hieß "Il Mondo – Es war einmal". Die Tanzfabrik Sonthofen hatte zum großen Bühnen-Spektakel eingeladen und präsentierte eine professionelle Show mit allem, was dazugehört: Ausgefeilte Choreografie, tolle Lichteffekte und beeindruckende Kostüme. Rund 200 Tänzer, allesamt Schüler der Tanzfabrik, zeigten ihr Können in verschiedenen Sparten: etwa klassisches Ballett und zeitgenössischer Tanz, Jazzdance und Hip-Hop.

Für Erheiterung sorgten gleich zu Beginn die allerkleinsten Tanzschüler, die mit Regenschirmen die Bühne betraten – besser gesagt, die Bücherei. Denn die Bühne stellte eine Bibliothek dar, in der sich im Laufe des Abends so Einiges ereignete. Da wurden zum Beispiel Märchen gelesen, ein heißer Tango aufs Parkett gelegt und ein Abstecher in die futuristische Welt des Films "Tron" gemacht.

Ein Jahr hatten die Lehrer und Schüler der Tanzfabrik für den Auftritt geprobt. Beatrix Siegl, Inhaberin der Tanzschue, führte gemeinsam mit Tanzlehrerin Silvia Kaufmann-Labrousse die Regie. Und das Ergebnis konnte sich durchweg sehen lassen – Langeweile kam bei den zahlreichen Zuschauern ganz bestimmt nicht auf. So überzeugte beispielsweise Laura Freidenreich in ihrer Rolle als schönes Schneewittchen mit solistischem Können, ebenso wie Luisa Rimmel, die als Evita das Publikum mit ihrer schwungvollen und ausdrucksstarken Darbeitung mitriss. Romantisch wurde es zwischen "Aladdin" Matthias Guggemos und "Jasmin" Stefanie Weißenborn, ebenfalls zwei versierten Tänzern mit großer Ausstrahlung. Anna Vogler beeindruckte als Blauer Vogel im "Dornröschen".

Doch nicht nur die Solotänzer bewiesen technisches Können und Leidenschaft, auch die vielen anderen großen und kleinen Rollen mit Spaß und Hingabe. Das Publikum würdigte die gelungene Aufführung mit begeistertem Applaus.

EVITA REISST MIT Schüler und lehrer der tanzfabrik sonthofen führen im hofgarten bei "il mondo – es war einmal" in die welt von märchen und musical
"Die Tanzfabrik Sonthofen hatte zum großen Bühnen-Spektakel eingeladen und präsentierte eine professionelle Show"

Von Riccarda Gschwend

Immenstadt

2016

Von Veronika Krull

Sonthofen

2014

"Spaß" – das Wort, das an diesem Tag in aller Munde ist. So bei der neunjährigen Nina aus Bad Hindelang, die sich soeben in einem Tanz-Workshop verausgabt hat. "Es macht Spaß", sagt auch die 18-jährige Lisa aus Sonthofen, die sich gerade auf ihren Auftritt in "MTV" vorbereitet. "Der Spaß an der Bewegung, an der Musik" sei für viele ihrer Schüler das entscheidende Motiv, erklärt Beatrix Siegl, Leiterin der "Tanzfabrik" in Sonthofen. Das 20-jährige Jubiläum ist heute der Anlass für eine öffentliche "Tanz-Session"in der Markthalle.

Draußen ein wahrhaft sommerlicher Herbsttag mit kurzärmel-tauglichen Temperaturen, drinnen das Kontrastprogramm in der abgedunkelten Halle. In der Mitte, umgeben von Zuschauertribünen, erstreckt sich die schwarze Tanzarena, wechselnd beleuchtet vom farbigen Scheinwerferlicht. Hier finden die Workshops statt, an denen sich jeder im Alter von vier bis 99 Jahren beteiligen kann. Hier und auf der Bühne wechseln sich die Vorführungen ab, die höchst professionell von den phantasievoll kostümierten Tänzern der "Fabrik" zu mitreißender Musik dargeboten werden. Die Themen reichen vom "Nussknacker" bis zu Michael Jackson.

Ballett wechselt sich mit "Hip Hop" ab, auf Jazztanz folgt "MTV" – eine Tanztechnik auf der Grundlage von Clips der Musiksender "MTV" und "Viva". Neu im Programm der "Tanzfabrik" ab kommenden Freitag "Contemporary Dance", also zeitgenössischer Tanz, der gegenüber dem Jazz Dance weicher und geschmeidiger daherkommt. "Das ist jetzt der Trend" sagt Beatrix Siegl. Das Tanzen werde freier, abstrakter, löse sich von Regeln. Damit folgt die Chefin dem Zeitgeist.

VOM " NUSSKNACKER" BIS MICHAEL JACKSON ZUM 20-JÄHRIGEN JUBILÄUM "TANZTAG" IN DER MARKTHALLE
"Der Spaß an der Bewegung, an der Musik"
"Das Ergebnis war gleichwohl opulent."
VOM HITZIGEN PIRATENLEBEN UND DER MAGIE DER UNTERWASSERWELT RUND 200 SCHÜLER UND LEHRER BIETEN EINE ZAUBERHAFTE SHOW UND VERWANDELN DEN IMMENSTÄDTER HOFGARTEN IN EIN MÄRCHENREICH

Anmutig tänzelnde Seepferdchen, schlafbewachende Sternenkinder, schillernde Nixen und geschmeidige Katzen, kleine Meerjungfrauen in silber und pink, Musketier, die den blitzenden Degen schwingen – 196 Schüler und Lehrer der Sonthofer Tanzfabrik verzauberten drei Tage lang den Immenstädter Hofgarten. Das Motto: "Il Mondo – The Best of … und Meer". Ausschnitte aus vergangenen Shows wurden dabei mit einer mehrschichtigen Rahmenhandlung verknüpft, für einen Außenstehenden nicht immer leicht zu durchschauen. Das Ergebnis war gleichwohl opulent.

 

Wo soll die Beschreibung beginnen? Bei den elegenaten oder sportiven Bewegungsmustern, die vom Walzer über Rock 'n' Roll bis zum Hip-Hop reichten? Bei der Beleuchtung, die mit der präzise gesteuerten Farbenpracht das Publikum abwechselnd die Magie der Unterwasserwelt ahnen oder das hitzige Piratenleben über dem Wasser spüren ließ? Oder bei den Kostümen, die den Betrachter in phantasievolle Welten entführten?

Elf Monate lang haben die Choreographen und Darsteller geprobt und dabei harte Arbeit geleistet, wie Regisseurin Beatrix Siegl, Leiterin der Tanzfabrik, am Premierenabend unter dem Dauerapplaus des Publikums im vollbesetzten Saal anmerkte. Dass sich die Mühen gelohnt haben, war offensichtlich. Profitiert haben aber nicht nur die Zuschauer, profitiert haben zweifellos auch die Tänzer, deren Spielfreude nichts zu wünschen übrig ließ. Das gilt für die kleinen Meeresgeschöpfe ebenso wie für die "Spitzen"-Tänzer im Tutu und die vier Hauptrollen. Katharina Schmid lieferte einen eleganten Mephisto, Luisa Rimmel überzeugte als selbstbewusster Joker. Tanzpädagogin Daniela Stricker verwandelte sich in die aufmüpfige Schauspielerin Cosima La Belle, und ihr Kollege Richard Labrousse als Jacques Le Fou war vom Filmpiraten Johnny Depp kaum zu unterscheiden.

Die sportliche Fechtszene zu Beginn und am Ende der Show, für die eigens ein Dozent für Bühnenkämpfe engagiert worden war, zählten, kombiniert mit dem Soundtrack aus "Fluch der Karibik", zu den Höhepunkten der Produktion.

Von Veronika Krull

Immenstadt

2012

Märchenhaft? Sicher. Zauberhaft? Auch. Aber eigentlich war es fabelhaft. Denn wie das Thema – eine Reise durch die Fabelwelt oder durch das Reich der Phantasie – war die Inszenierung des Tanzmärchens "Il Mondo – Das Buch der Prophezeiungen". Beatrix Siegl von der Tanzfabrik Sonthofen, ihr Team und 200 Tänzer schufen ein Bühnenspektakel, das prächtiger und professioneller nicht hätte sein können. Der auch am dritten und letzten Aufführungstag ausverkaufte Hofgarten belohnte die "fabelhafte Welt der Beatrix" mit Szenenapplaus und Ovationen am Schluss.

Das überzeugende Gesamtkunstwerk entstand durch ein perfektes Zusammenspiel von Tanz, Musik und Ausstattung.Tanzpädagogin Siegl und das "Lehrerkollegium" hatten eine Choreographie verfasst, die exakt den ausnahmslos beeindruckenden Fähigkeiten der Tänzer entsprach – von den kleinen fast schwebenden Schmetterlingen und fröhlichen Pilzkindern bis hin zum wunderbaren Elb Gorvan, verkörpert durch den französischen Profitänzer Richard Labrousse. Zudem eine Choreographie in harmonischer Übereinstimmung mit der absolut stimmigen Musik, die von Vivaldi bis zum mitreißenden Popsound von heute reichte. Doch was wäre ein Abenteuer in der Fabelwelt ohne passende Gewandung? Siggi Kunz, Kostümbildnerin aus Oberstaufen, erwies sich als unglaubich einfallsreiche Schöpferin  von zauberhaften Bekleidungen.

 

Zusammen mit der ausgefeilten Lichttechnik ergab das einfache, aber wirkungsvolle Bühnenbild mit großflächigen, immer anders drapierten Tüchern die magische Kulisse für das fabelhafte Reich, zum optischen und umjubelten Höhepunkt geriet ein riesiger chinesischer Papierdrachen, der, geschwungen von fünf Tänzerinnen, elegant und furchterregend zugleich die Bühne füllte.

"Tanz ist Leben, und Leben ist Tanz", sagen die Elfen in dem Stück und wiederholt "Fabrikchefin" Beatrix Siegl am Ende der rund zweistündigen Aufführung. Sie bekennt, nach einjähriger Vorbereitungszeit und drei Aufführungen sei die Truppe "glücklich, aber erschöpft".

WIE EINE FABELHAFTE WELT ENTSTEHT 200 MITWIRKENDE VERZAUBERN IN IMMENSTADT MIT DER TANZFABRIK-PRODUKTION VOM "BUCH DER PROPHEZEIUNGEN" "Bühnenspektakel, das prächtiger und professioneller nicht hätte sein können"

Von Veronika Krull

Immenstadt

2009

Schade: Fotografieren und Filmen streng verboten! Dabei hätte es einen Farbenrausch an Kostümen sowie tänzerische Höhepunkte in Hülle und Fülle abzulichten gegeben. Aber auch gut so: Blitzlichtgewitter und mit Camcordern bewaffnete Eltern hätten die drei ausverkauften Abende im Immenstädter Hofgarten vermutlich extrem gestört. Dort wirbelten über 200 Mitwirkende der Tanzfabrik Sonthofen über die Bühne und ernteten nach jeder Nummer der Tanzshow "Il Mondo – The Dance" begeisterten Applaus. In vierter Auflage brachte Tanzfabrik-Leiterin Beatrix Siegl und ihr Team die ganze Bandbreite zwischen klassischem Ballett und modernem Hip Hop eindrucksvoll auf die Bretter der Stadthalle.

 

Übersetzt heißt Il Mondo – The Dance "Die Welt – Der Tanz". Der Titel ist Programm und drückt aus, dass die ganze Welt des Tanzes gezeigt werden soll. Alle Stilrichtungen sind zu sehen, mit Ausnahme von Flamenco oder Breakdance. Denn das wird in der Tanzfabrik nicht gelehrt. Wäre auch zu viel des Guten, weil schon jetzt der Auftritt aller Mitwirkenden ein über zweistündiges Feuerwerk entfacht. Vom vierjährigen Mädchen bis zur gestandenen mehrfachen Mutter hüpft und wirbelt vornehmlich das "Schwache Geschlecht" über die Bühne. Unter den Mitwirkenden sind die Buben und Männer an einer Hand abzuzählen.

Allerdings ragt ein Herr der Schöpfung unter allen Akteuren heraus: Richard Labrousse in der Hauptrolle des "Mephisto". Er bewegt sich teuflisch gut und verkörpert mit seinen Gesten und stechendem Blick "das Böse" meisterhaft. Nicht weniger beeindruckend sein Widerpart Beatrix Siegl, die den "Kommissar" spielt und besser tanzt, als die Polizei erlaubt. Von den anderen 200 Mitwirkenden jemanden herauszuheben würde bedeuten, mindestens 199 Akteuren nicht gerecht zu werden. Denn alle waren mit Feuereifer dabei, und zeigten Leistungen, die von Nicht-Profis eigentlich nicht zu erwarten sind.

 

Bei "Il Mondo – IV" dient ein geheimnisvoller Koffer als "roter Faden". Gangster verstecken in ihm ihre Beute.Die Geschichte beginnt an einem Bahnhof mit dem bunten Gemisch aus Reisenden, Touristen und Exoten, darunter auch Bauchtänzerinnen in farbenprächtiger Montur. Dann entwickelt sich eine Irrfahrt des Koffers zu vielen Schauplätzen. Am Ende der große Showdown mit dem Kampt Gut (Kommissare) gegen Böse (Mephisto), begleitet von Jugendlichen, die im Stile der Videos des Musiksenders MTV tanzen – eine Orgie aus Klamotten, Schminke, Frisuren, Tempo und atemberaubenden Schrittfolgen.

"Il Mondo IV" geizt nicht mit musikalischen Zitaten: Bekannte Melodien bilden die Grundlage für die einzelnen Abschnitte. So hat natürlich Mephisto seinen gleichnamigen Musiktitel, der Kommissar bedient sich des passenden Songs von Falco, und aus dem Musical "Grease" ist das "You're the one that I want" von Olivia Newton-John herauszuhören – geschickt arrangiert vom Beginn an bis zum fantastischen Schlussbild. Ach ja Schlussbild: Auch das Finish blieb ohne Fotos. Irgendwie schon schade.

TEUFLISCH GUTE BEWEGUNGEN TANZFABRIK GLÄNZT AN DREI ABENDEN MIT DER SHOW "IL MONDO – THE DANCE"
"FARBENRAUSCH AN KOSTÜMEN SOWIE TÄNZERISCHE HÖHEPUNKTE" "EIN ÜBER ZWEISTÜNDIGES FEUERWERK"

Von Stefan Binzer

Immenstadt

2006

Beatrix Siegl

Zainschmiedeweg 19  |  87527 Sonthofen

Tel.  0 83 21 / 6 55 96

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